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Finanzierung der immensen Kosten der CORONA-Krise durch Lastenausgleichsgesetz

Unser SPD-Ortsvereinsmitglied Wolfgang Niemann hält es für unbedingt notwendig, mehr Verteilungsgerechtigkeit in Deutschland zu erreichen, ganz besonders jetzt, da der Staat wegen der CORONA-Krise große Schulden macht, bei denen noch nicht feststeht, wer am Ende dafür zahlen wird. Damit nicht wie so häufig, Gewinne privatisiert und Kosten sozialisiert werden, haben Sie die Möglichkeit, mit Ihrer Unterschrift hier

http://chng.it/NRY6gQjj

Unterstützung zu leisten, um den Verantwortlichen baldmöglichst eine entsprechende Petition vorzulegen.

Mit dem folgenden Schreiben wendet sich Wolfgang Niemann an alle SPD-Mitglieder und Menschen, die – wie er – eine Korrektur der bestehenden Einkommens- und Vermögensverteilung für nötig halten, um mehr Verteilungsgerechtigkeit zu erreichen. Er legt seine Beweggründe dar und erklärt auch, was es mit dem Lastenausgleichsgesetz auf sich hat. Als Diplom-Volkswirt hat er nicht nur das Gefühl, dass Dinge schief laufen, sondern weiß auch ganz genau, wo man ansetzen müsste

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Mitstreiter/innen für soziale Demokratie und Gerechtigkeit,

die Corona-Pandemie hat zur Erhaltung und Wiederbelebung der Wirtschaft den Staat mit immensen Kosten belastet. Die Bundesregierung hat sich für Olaf Scholzens „WUMMS“ entschieden, aber es ist noch nicht entschieden, wer letztendlich diese Lasten tragen soll!

Meine Befürchtung ist, dass „die kleinen Leute“ wieder einmal zur Kasse gebeten werden, obwohl unermesslicher Reichtum in Händen von nur wenigen Personen vorhanden ist, aus dem diese Lasten locker finanziert werden könnten! In Artikel 14 GG heißt es: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Und in der Bayerischen Verfassung: (1) Alle sind im Verhältnis ihres Einkommens und Vermögens und unter Berücksichtigung ihrer Unterhaltspflicht zu den öffentlichen Lasten heranzuziehen.

Nehmen wir doch ausnahmsweise einmal diese beiden Rechtsnormen ernst und verlangen, dass zuerst die Multimilliardäre zur Finanzierung der Lasten aus der Corona-Krise herangezogen werden. Ich bitte Euch, deshalb meine Petition http://chng.it/NRY6gQjj

Finanzierung der immensen Kosten der Corona-Krise per Lastenausgleichsgesetz*

zu unterstützen. Ich bitte vor allem Euch Genossinnen und Genossen, weil meines Erachtens der Niedergang der SPD vor allem darauf zurückzuführen ist, dass sie sich der katastrophalen Entwicklung der Einkommens- und Vermögensverteilung nicht massiv entgegengestellt hat. Wenn die SPD zu alter Stärke zurückfinden will, muss sie diesbezüglich ein Zeichen setzen, und die Finanzierung der Corona-Krise ist eine einmalige Gelegenheit dazu. Jetzt kann die SPD einmal deutlich Flagge zeigen!!!

Die SPD kann doch nicht zulassen, dass die „kleinen Leute“ gezwungen werden, den Gürtel enger zu schnallen und gleichzeitig die kleine Gruppe der Superreichen quasi im Geld schwimmt! Und weil außergewöhnliche Umstände außergewöhnliche Maßnahmen erfordern, denke ich, dass eine solche Regelung unserer Wählerschaft und auch der breiten Bevölkerung vermittelbar ist!

Die Regierungen der letzten 20 bis 30 Jahre haben durch ihre neoliberale Politik unter Beteiligung der SPD zugelassen, dass sich z.B. ein Kapitalismus-Monstrum wie „BlackRock“ entwickeln konnte. An fast allen DAX-Konzernen ist BlackRock mit großen Aktienpaketen beteiligt (s. https://www.welt.de/wirtschaft/gallery159306584/So-viele-Anteile-haelt-BlackRock-an-deutschen-Firmen.htm). Ich möchte behaupten, dass gegen die Interessen von BlackRock in Deutschland nahezu keine Politik möglich ist, solange CDU/CSU an der Regierung beteiligt sind!!! Und die Interessen von BlackRock sind – das weiß jeder – keine sozialen und demokratischen Interessen. BlackRock geht es nur um maximale Kapitalverwertung/Profit!!! An dem Beispiel wird deutlich, welche verheerenden Wirkungen eine zu große Vermögenskonzentration hat! Kein Wunder deshalb, dass wir es mit einer zunehmenden Armut [Altersarmut, zu niedrigem Mindestlohn, unsozialen Strukturen (z.B. Fleischverarbeitungsunternehmen), Verarmung von Alleinerziehenden etc.] bei gleichzeitig wachsenden Riesenvermögen der Superreichen zu tun haben.

Ich habe die Hoffnung, dass mit dieser von mir vorgeschlagenen Finanzierungsregelung diese gigantische Fehlentwicklung wenigstens teilweise korrigiert werden kann. Seit Jahrzehnten klafft die Schere der Einkommens- und Vermögensverteilung weiter auseinander. Eigentlich wäre es an dem Gesetzgeber gewesen, dieser Entwicklung gegenzusteuern, z.B. mit einer daran orientierten Steuerpolitik. Nicht umsonst heißt es in der Bayerischen Verfassung in Artikel 123: “Die Erbschaftssteuer dient auch dem Zwecke, die Ansammlung von Riesenvermögen in den Händen einzelner zu verhindern.

Und wir brauchen dringend eine SPD, die den Mut hat, sich diesen Interessen entgegenzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang

* https://de.wikipedia.org/wiki/Lastenausgleichsgesetz
Das Gesetz über den Lastenausgleich (LastenausgleichsgesetzLAG) vom 14. August 1952 hatte zum Ziel, Deutschen, die infolge des Zweiten Weltkrieges und seiner Nachwirkungen Vermögensschäden oder besondere andere Nachteile erlitten hatten, eine finanzielle Entschädigung zu gewähren. Dabei handelte es sich um eine einmalige Vermögensabgabe. Diese Umverteilung erfolgte dadurch, dass diejenigen, denen erhebliches Vermögen verblieben war (insbesondere betraf das Immobilien), eine Lastenausgleichsabgabe zahlten. Die Höhe dieser Abgabe wurde nach der Höhe des Vermögens mit Stand vom 21. Juni 1948, dem Tag nach Einführung der D-Mark in den 3 westlichen Besatzungszonen, berechnet. Die Abgabe belief sich auf 50 % des berechneten Vermögenswertes und konnte in bis zu 120 vierteljährlichen Raten, also verteilt auf 30 Jahre, in den Ausgleichsfonds eingezahlt werden. Zu diesem Zweck wurden eine Vermögensabgabe, eine Hypothekengewinnabgabe und eine Kreditgewinnabgabe eingeführt, die an die Finanzämter zu zahlen waren. Durch die Verteilung auf viele Jahre betrug die Belastung nur 1,67 % pro Jahr, sodass sie aus dem Ertragswert des betroffenen Vermögens geleistet werden konnte, ohne die Vermögenssubstanz angreifen zu müssen. Das fiel den Betroffenen infolge der ständigen Inflation seit 1952 auch allmählich leichter. Ab den 1980er Jahren flossen zunehmend auch allgemeine Steuermittel in den Fonds.

Diese Vermögensabgabe müsste tariflich natürlich auf die heutigen Verhältnisse abgestimmt werden. Immobilien dürften deshalb sicher weniger im Vordergrund stehen.

Steinebacher Weg 4, 82229 Hechendorf

Tel. +49 8152 304691;Mobil +49 173 6688930 (auch WhatsApp); Email w.niemann@unsereAktien.de

In der Sorge, dass die immensen Kosten der Corona-Krise womöglich aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden sollten – und weil der SPD-Ortsverein Seefeld der Meinung ist, dass hier eine Gelegenheit besteht, die gigantische Fehlentwicklung der Einkommens- und Vermögensverteilung in der Bundesrepublik Deutschland zu korrigieren, hat der Vorstand beschlossen, die folgenden Wünsche / Forderungen über den zuständigen Betreuungsabgeordneten Michael Schrodi an die SPD-Bundestagsfraktion heranzutragen:

Der SPD-Ortsverein Seefeld möchte:

  1. Die Finanzierung der zur Lösung der Corona Krise erforderlichen Ausgaben vorwiegend durch ein Lastenausgleichsgesetz (eine einmalige Vermögensabgabe, wie nach dem Zweiten Weltkrieg).
  2. Bei allen Ausgaben muss geprüft werden, inwieweit sie dazu beitragen können, auch die Klimakrise zu bewältigen (Nachhaltigkeit).
  3. Internationale Konzerne (DAX-Unternehmen) sollen nur Hilfe erhalten,
    a) wenn sie selbst nicht über genügend liquide Mittel verfügen [bestens mit Liquidität sind versorgt z.B. VW (25 Mrd €), BMW (12 Mrd €), Daimler (18 Mrd €)]. Diese Unternehmen können z.B. das Kurzarbeitergeld selbst tragen.
    b) wenn sie keine Dividenden ausschütten und die Bezüge der Vorstände angemessen senken
    c) wenn sie die gängige Praxis, über Steueroasen Steuervermeidung zu betreiben, nicht sofort abstellen (soweit bekannt ist, tun das alle DAX-Konzerne)
    d) wenn sie die nach deutschem Recht geltenden Mitbestimmungsrechte durch Anwendung des Europäischen Rechts (Societas Europaea, SE, seit 2004 möglich) umgehen. Wer vom deutschen Staat Hilfe in Anspruche nehmen will, muss sich auch dem deutschen Mitbestimmungsrecht unterwerfen!
  4. Die Corona-Katastrophe muss zum Anlass genommen werden, die Kontrolle über das vorhandene Vermögen in unserer Volkswirtschaft zu gewinnen. Zur Zeit verfügen nur private Institutionen über die dafür nötigen Register. Es ist höchste Zeit, das in staatliche Hand zu überführen.
  5. Die Corona-Krise macht auch das Nachdenken über die Unternehmensverfassungen mit Haftungsbeschränkungen auf das Unternehmenskapital erforderlich. Das sind Unternehmensverfassungen, die es zulassen, die erzielten Gewinne beliebig aus den Unternehmen zu entnehmen (gilt vor allem für Aktiengesellschaften) und, wenn es sich um große Arbeitgeber handelt, die bei drohendem Konkurs zur Erhaltung der Arbeitsplätze gerne auf staatliche Hilfe zurückzugreifen (Privatisierung der Gewinne, Verstaatlichung der Verluste).
    Diese Praxis führt zu einer Überschwemmung der Finanzmärkte (und zu Finanzblasen wie 2008) und fehlenden Investitionen in der Volkswirtschaft. Es wäre sinnvoll, die Gewinnentnahme gesetzlich zu regulieren und andere Unternehmensverfassungen (Stiftungen, Genossenschaften etc., auch Modelle mit stärkerer Beteiligung der Arbeitnehmer an den Gewinnen) zu fördern.
  6. Wiedereinführung der Vermögenssteuer (jährliche Abgabe im Gegensatz zum Lastenausgleich) für Großvermögen. Der französische Nationalökonom Thomas Piketty hat nachgewiesen, dass die Renditen dieser Großvermögen wesentlich höher sind, als die der Eigentümer normaler Vermögen, sodass die Vermögenssteuer aus den Renditen finanziert werden könnte (also die Vermögenssubstanz nicht angegriffen werden muss).

Diplom-Volkswirt Wolfgang Niemann für den SPD-Ortsverein Seefeld
Fotos: alle Rechte vorbehalten!

Auf der Mitgliederversammlung des SPD Ortsvereins in Seefeld wurde am 18. November der Vorstand turnusmäßig neu gewählt. Für den Vorsitz kandidierte erneut Martin Dameris. Als Stellvertreter stellte sich Volker Rockel wiederum zur Wahl. Gerhard Möller bewarb sich erneut als Kassier und Wolfgang Niemann als Beisitzer mit Funktion des Pressesprechers (Öffentlichkeitsarbeit). Auf eigenen Wunsch kandidierten die Schriftführerin Usha Govil sowie der Beisitzer Ernst Deiringer nicht mehr für den Vorstand. An ihrer Stelle bewarben sich Renate Dischl für das Amt der Schriftführerin sowie Wolfgang Weishäupl als Beisitzer.