Wirtschaftliche Entwicklung im westlichen Landkreis - Informationsveranstaltung mit Christoph Winkelkoetter, gfw Starnberg
Vortrag Christoph Winkelkötter, gfw Starnberg mbH am 22. Juli 2010 in Seefeld
Jede Gemeinde muss ihre Stärken betonen
Wirtschaftliche Entwicklung im westlichen Landkreis - Informationsveranstaltung mit Christoph Winkelkoetter, gfw Starnberg
Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie, organisches Wachstum gegen spontanes Wuchern - diese Fragestellungen aus der konkreten Gemeindearbeit waren Anlass für die SPD Seefeld, Herrn Winkelkötter, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung der Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung (gfw) im Landkreis Starnberg zu einer Informationsveranstaltung einzuladen. Um frühzeitig verschiedene Aspekte einer verantwortlichen Gewerbeentwicklung zu berücksichtigen, wurden sowohl SPD-Vertreter und Gemeinderäte der Nachbargemeinden wie Herrsching, Wessling, Wörthsee sowie Vertreter anderer politischer Gruppierungen einbezogen.
Der Landkreis Starnberg hat eine Spitzenposition
Der Landkreis Starnberg hat nach der Insolvenz von Fairchild Dornier mit der Freistellung von zahlreichen Arbeitskräften seit 2004 eine kontinuierlich positive Entwicklung genommen und steht in den verschiedenen Rankings jeweils auf Spitzenplätzen. Stärken sind sowohl die mittelständischen, auch in Krisenzeiten den Mitarbeitern und der Region verpflichteten Unternehmen, als auch die Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette von Entwicklung bis Produktion. Die primäre Ausrichtung der Wirtschaftsförderung ist entsprechend nicht die Expansion, sondern die 'Bestandspflege' und das Halten der Position mit einzelnen gezielten und nachhaltigen Maßnahmen.
Herausarbeiten der Stärken
Dabei gilt es insbesondere die Stärken der Region und der einzelnen Standorte herauszuarbeiten: hoher Erholungswert, gute Infrastruktur insbesondere entlang der Entwicklungsachsen, wirtschaftsfreundliches Klima, positives Umfeld für Familien mit gut ausgebauter frühkindlicher Betreuung und leistungsfähigem Schulwesen. Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung sind etwa die Erschließung der Gewerbegebiete mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die flächendeckende Verfügbarkeit einer leistungsfähigen Kommunikationsinfrastruktur (Breitbandinitiative).
Nicht zu den Stärken gehört die Verfügbarkeit großer, günstiger Flächen. Insofern wird eine Ausdehnung weniger im produzierenden Gewerbe, sondern eher im Dienstleistungsbereich im 'kreativen Milieu' (Forschung, Entwicklung, technisch hochwertige Produktion, u. a.) gesehen.
Interkommunale Zusammenarbeit
Von besonderer Bedeutung für den westlichen Landkreis ist die auch im Landesentwicklungsplan Bayern herausgehobenen Entwicklungsachse München - Landsberg entlang der Autobahn A96. Hier sind sowohl eine hervorragende Anbindung als auch entsprechende Flächen verfügbar. Problematisch ist die Tatsache, dass es zahlreiche Anfragen nach Gewerbeflächen gibt, die aber aufgrund passender Flächen selten bedient werden können. So können z.B. auf den ausgewiesenen Flächen am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen nur "flugaffine" Betriebe angesiedelt werden.
Mit zunehmendem Abstand zu dieser Entwicklungsachse verschlechtern sich tendenziell die unternehmerischen Rahmenbedingungen und wachsen die Konflikte mit Landschaftsschutz und Wohnbebauung (z. B. durch zusätzliches Verkehrsaufkommen).
Aufgabe wird sein, über interkommunale Planungsverbünde die Stärken der einzelnen Gemeinden einzubringen und Fehlsteuerungen auf der Suche nach Gewerbesteuereinnahmen zu vermeiden. Man beschädigt letztlich die Attraktivität einer Gemeinde für das 'passende' Gewerbe, wenn auf der Suche nach gemeindespezifischem Gewerbesteueraufkommen grundsätzlich 'unpassendes' Gewerbe an ungeeigneten Standorten im Gemeindegebiet angesiedelt wird.
Offen bleiben musste, wie die Konstruktion eines interkommunalen Planungsverbunds entlang der 'Achse' Gilching-Wessling-Seefeld-Herrsching organisiert werden kann (mit entsprechendem Interessenausgleich unter den Gemeinden).
Schwerpunkt: Zusammenarbeit der Gemeinden
Es ist deutlich geworden, dass kleinteiliges Denken im Bereich der Gewerbeansiedlung sowohl zur Beeinträchtigung einer sensiblen Landschaft als auch zur Beschädigung der Wettbewerbsvorteile des Landkreis Starnberg und seiner Gemeinden für das gewünschte Gewerbe führt. Es wird vermehrt politische Aufgabe sein, eine gemeindeübergreifende Standortpolitik zu betreiben und eine Zusammenarbeit mit entsprechendem Interessensausgleich zu organisieren und zu fördern.
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